Mein Beitrag zur Energie-Revolte
Ayyalasomayajula A. Lalitha (27. August 1919 – 12. Oktober 1979) schrieb Technik – und Gesellschaftsgeschichte in Indien. Sie war die erste Frau, die in Indien ein Studium der Elektrotechnik erfolgreich absolvierte und als professionelle Ingenieurin arbeitete.
Ein kleines, aber symbolträchtiges Detail ihres Abschlusszeugnisses zeigt, wie ungewohnt ihr Weg war: Das ursprünglich mit “he”-Pronomen gedruckte Zeugnis wurde durchgestrichen und mit “she” ersetzt. Eine stille, aber machtvolle Anerkennung ihres Durchbruchs in einem männerdominierten Feld.
1919 in Chennai (damals Madras), Indien geboren, mit 15 Jahren verheiratet, mit 18 Jahren verwitwet – allein mit einer kleinen Tochter. In einer Zeit,in der Witwen sozial ausgegrenzt und religiösen Restriktionen unterworfen waren, hätte ihr Schicksal Rückzug und Unsichtbarkeit bedeutet. Historisch waren Witwen in Indien teils sogar von der Praxis des „Sati“ – der Witwenverbrennung – betroffen, einem als religiös legitimierten Femizid, der zwar 1919 bereits verboten war, dessen patriarchale Strukturen jedoch fortwirkten. Sie jedoch entschied sich gegen die Unsichtbarkeit und verfolgte als junge Mutter entschlossen ihren Bildungsweg.
Foto: A. Lalitha’s Abschlusszeugnis der University of Madras, 1944.
Credits: Shantha Mohan, Ph.D.,”A. Lalitha (Ayyalasomayajula Lalitha): India’s First Female Engineer” All Together -Society of Women Engineers, 24.05.2017.https://alltogether.swe.org/2017/05/first-indian-woman-engineer/